Michael Haneke gilt seit langem nicht nur als großer Regisseur sondern auch als intelligenter Hinterfrager. In Filmen wie „Funny Games“, „Caché“ oder „Wolfszeit“ hinterfragte Haneke Menschlichkeit, Gewalt und Ideologien. Bei „Das Weiße Band“ konzentriert sich Haneke auf die Frage nach der Ideologie.
„Das Weiße Band“ ist ein schwerer Film, ein richtiger Brocken, aber auch eine überragend geistvolle Erzählung, die in strengen wie klaren, asketischen schwarzweiß Bildern eingefangen wurde. Die Ruhe dieser Bilder ist dabei nur augenscheinlich. Überall brodelt es. Ein böser Schatten liegt über dem Dorf und seinen Bürgern und als Zuschauer spürt man dies zu jeder Sekunde. Ja, es hat fast schon Thrillerqualitäten, man sollte aber nicht erwarten dass Haneke einen Genrefilm mit „Das Weiße Band“ geschaffen hat. Wer glaubt hier wirklich einen Thriller zu sehen, wird enttäuscht, genau so wie der Zuschauer der hofft dass es bei der Erzählung in irgendeiner Form größere Ausbrüche gibt. „Das Weiße Band“ bleibt immer nüchtern und erhöht so seine innere, unsichtbare Spannung auf ein Maximum.
Regisseur Michael Haneke, der zu Recht mit Filmpreisen für „Das Weiße Band“ überhäuft wurde, erzählt die Geschichte sehr gekonnt. Zwar gibt es klare Hauptfiguren wie etwa den Lehrer oder der Pastor, aber im Zentrum stehen klar die seltsamen wie erschreckenden Ereignisse, die wegen der sachlichen und unterkühlten Atmosphäre noch mehr an Kraft gewinnen.
Die Ereignisse sind dabei weniger der Schlüssel als viel mehr der Motor. Selbst die scheinbar unwichtigsten Ereignisse wurden von Haneke in fast schon sachliche Bilder verwandelt. Es ist diese brutale, emotionslose, Sachlichkeit, die hier die größte Wirkung hat. Mit „größte Wirkung“ ist der Nachhall dieser Szenen gemeint. Haneke ist einfach ein Großmeister, wenn es darum geht Drastik, expressives Unrecht wie menschliche Kälte in suggestive, intelligente Szenen einzubauen. Allein dies würde aus „Das Weiße Band“ einen anspruchsvollen, cineastischen Hochgenuss machen.
„Das Weiße Band“ ist ein Meisterwerk. Kein einfacher Film für den schnellen Filmgenuss, obwohl das Werk ganz klar ein Genuss ist, aber nun mal keines was man schnell über seine Sehnerven gleiten lässt. Der Film setzt sich im Gedächtnis fest. Er stellt Fragen und verweigert die Antworten, denn die muss jeder Zuschauer selber geben. Ob der Film nun also eine Kritik an den Faschismus, an den Protestantismus oder „nur“ eine Parabel über die Schattenseiten der Menschlichkeit ist, soll jeder für sich entscheiden. Eines ist aber schon auffällig. Die Kinder, die im Dorf kurz vorm Ausbruch des ersten Weltkrieges leben, wurden seit ihrer Geburt auf Gehorsamkeit und Demut getrimmt. Sie werden diese Erziehung ihr Leben land beibehalten und gut zwanzig Jahre nach den Ereignissen in ihrem Heimatdorf den Nationalsoziallisten treu ihre Dienste anbieten. Ob dies eine Universalerklärung für den späteren Faschismus sein soll, sei dahin gestellt, aber diese Aussage macht auf alle Fälle Sinn.
Mittwoch, 3. März 2010
Freitag, 26. Februar 2010
IN MEINEM HIMMEL
Der Name Peter Jackson ist unwiderlegbar mit der grandiosen Verfilmung von J.R.R. Tolkiens „Der Herr der Ringe“-Trilogie verbunden. Seitdem immens Erfolg sowie dem Remake des Filmklassikers „King Kong“ gilt Jackson als Großmeister des Blockbusterkinos. Dabei wissen viele nicht, das Jackson früher ganz andere Filme drehte. Seine überdrehte Horrorkomödie „Braindead“ gilt bis heute als blutigster Film aller Zeiten und ist in ihrer ungekürzten Form in Deutschland verboten. Aber es gibt noch einen Peter Jackson zwischen dem, der seinen Helden mit einem Rasenmäher gegen wild gewordene Zombies lospreschen lässt und dem Jackson der monumentalen Kinos für die Masse filmt. Gemeint ist der Peter Jackson, der 1994 mit „Heavenly Creatures“ ein zärtliches und dennoch berauschendes Drama präsentierte, dass nicht nur Hauptdarstellerin Kate Winslet bekannt machte und sie für die Rolle der Rose in James Camerons Megahit „Titanic“ empfahl, sondern auch Jacksons Qualitäten als ernsthafter Filmemacher unter Beweis stellte. „Heavenly Creature“ ist noch heute in cineastische Perle die deutlich macht dass Jackson nicht nur im audiovisuellen markante Eckpfeiler setzen kann.
„In meinem Himmel“, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alice Sebold, schlägt stilistisch in die Kerbe von „Heavenly Creatures“, auch wenn bei „The lovely bones“ (so der Originaltitel) die phantasievollen Bilder weit aus üppiger und gigantischer ausgefallen sind. Obwohl Jacksons letzte Erfolge vor allem durch ihre Größe zum Erlebnis wurden, so ist es die Größe, die „In meinem Himmel“ zu oft einfach platt walzt. So schön, phantasievoll und farbenfroh die Zwischenwelt auch sein mag, in der sich die ermordete Susie aufhält, einige Szenen wirken befremdlich, in der Hinsicht, dass sich einfach nicht stilistisch einpassen wollen. So wirkt diese Zauberwelt über weite Strecken viel zu klobig und verkommt nach und nach von einer magischen Traumwelt zu einer Tollwiese für die Effektemacher, die sich austoben durften. Dazu geht die Verfilmung mit dem verschiedensten Emotionen nicht sonderlich subtil um. Während Szenen der Trauer davon profitieren, verkommen andere wiederum zum wahren Kitschfest. Gerade in der Zwischenwelt beweist Jackson keinen besonders glücklichen Finger was die Emotionen angeht. War die Zwischenwelt das Highlight im Roman, so ist es bei der Verfilmung eher ein oft hübsches aber leider auch oft verzichtbares Beiwerk.
„In meinem Himmel“ versteht es dafür in anderen Bereichen zu punkten. Die Ausstattung ist sehr gelungen, der Soundtrack von Brian Eno passt hervorragend und Peter Jackson Fans können sich außerdem noch über einen netten Cameo des Meisters sowie auf eine nette „Herr der Ringe“ Anspielung freuen.
Das wahre Glanzstück des Films ist aber Stanley Tucci. Tucci, einer der wohl bekanntesten Nebendarsteller von Hollywood, der zuletzt Meryl Streeps Gatte in „Julie & Julia“ darstellte. Er spielt Susies Mörder, den unauffälligen George Harvey, so grandios, dass jede Szene mit ihm unter die Haut geht. Mit einfachen aber effektiven mimischen Nuancen erhält der Zuschauer einen Einblick in die Welt des Mörders. Hier beweist Peter Jackson dass er auch ohne Effekthascherei tolle, filmische Erlebnisse abliefern kann und es sogar versteht mit Suspense umzugehen. An einen Alfred Hitchcock kommt er wohl nicht heran, aber diese Szenen, die im krassen Gegensatz zur bunten und hellen Zwischenwelt stehen, fügen dem Filme die subtile und suggestive Ebene ein, die ihm woanders fehlt.
Die Verfilmung des erfolgreichen Roman, der durchaus härter und düstere ist als der Film, ist als Gesamtwerk betrachtet gewiss eine kleine Enttäuschung. Gerade im bei der Zwischenwelt und den emotionalen Klimax gelingt es dem Film nicht vollends zu überzeugen. Dennoch ist „In meinem Himmel“ kein schlechter Film. Das Herz berührt er durchaus und staunen kann man auch, es ist nur leider meistens immer sehr ersichtbar, dass in der Vorlage wesentlich mehr dringesteckt hätte.
„In meinem Himmel“, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Alice Sebold, schlägt stilistisch in die Kerbe von „Heavenly Creatures“, auch wenn bei „The lovely bones“ (so der Originaltitel) die phantasievollen Bilder weit aus üppiger und gigantischer ausgefallen sind. Obwohl Jacksons letzte Erfolge vor allem durch ihre Größe zum Erlebnis wurden, so ist es die Größe, die „In meinem Himmel“ zu oft einfach platt walzt. So schön, phantasievoll und farbenfroh die Zwischenwelt auch sein mag, in der sich die ermordete Susie aufhält, einige Szenen wirken befremdlich, in der Hinsicht, dass sich einfach nicht stilistisch einpassen wollen. So wirkt diese Zauberwelt über weite Strecken viel zu klobig und verkommt nach und nach von einer magischen Traumwelt zu einer Tollwiese für die Effektemacher, die sich austoben durften. Dazu geht die Verfilmung mit dem verschiedensten Emotionen nicht sonderlich subtil um. Während Szenen der Trauer davon profitieren, verkommen andere wiederum zum wahren Kitschfest. Gerade in der Zwischenwelt beweist Jackson keinen besonders glücklichen Finger was die Emotionen angeht. War die Zwischenwelt das Highlight im Roman, so ist es bei der Verfilmung eher ein oft hübsches aber leider auch oft verzichtbares Beiwerk.
„In meinem Himmel“ versteht es dafür in anderen Bereichen zu punkten. Die Ausstattung ist sehr gelungen, der Soundtrack von Brian Eno passt hervorragend und Peter Jackson Fans können sich außerdem noch über einen netten Cameo des Meisters sowie auf eine nette „Herr der Ringe“ Anspielung freuen.
Das wahre Glanzstück des Films ist aber Stanley Tucci. Tucci, einer der wohl bekanntesten Nebendarsteller von Hollywood, der zuletzt Meryl Streeps Gatte in „Julie & Julia“ darstellte. Er spielt Susies Mörder, den unauffälligen George Harvey, so grandios, dass jede Szene mit ihm unter die Haut geht. Mit einfachen aber effektiven mimischen Nuancen erhält der Zuschauer einen Einblick in die Welt des Mörders. Hier beweist Peter Jackson dass er auch ohne Effekthascherei tolle, filmische Erlebnisse abliefern kann und es sogar versteht mit Suspense umzugehen. An einen Alfred Hitchcock kommt er wohl nicht heran, aber diese Szenen, die im krassen Gegensatz zur bunten und hellen Zwischenwelt stehen, fügen dem Filme die subtile und suggestive Ebene ein, die ihm woanders fehlt.
Die Verfilmung des erfolgreichen Roman, der durchaus härter und düstere ist als der Film, ist als Gesamtwerk betrachtet gewiss eine kleine Enttäuschung. Gerade im bei der Zwischenwelt und den emotionalen Klimax gelingt es dem Film nicht vollends zu überzeugen. Dennoch ist „In meinem Himmel“ kein schlechter Film. Das Herz berührt er durchaus und staunen kann man auch, es ist nur leider meistens immer sehr ersichtbar, dass in der Vorlage wesentlich mehr dringesteckt hätte.
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Donnerstag, 18. Februar 2010
TAKING WOODSTOCK
Auch nach über 40 Jahren gilt das legendäre Woodstock-Festival von 1969 noch als das Konzertereignis überhaupt. Oscarpreisträger Ang Lee inszenierte mit „Taking Woodstock“ nun wie es zum Festival kam, erzählt aus der sicht des jungen Elliot Teichberg, der mit trockenem Witz vom Newcomer Demetri Martin gespielt wird.
„Taking Woodstock“ versteht sich nicht als Konzert- oder Musikfilm. Ang Lee interessiert sich nicht für die Musik. Der Zuschauer bekommt von den Künstlern auf der Bühne nicht mehr mit wie ein vom Wind weggetragenes Flüstern, störend ist dies nicht, denn der Fixpunkt liegt klar bei Elliot Teichberg, dem es gelingt seinen kleinen Heimatort Bethel für drei Tage zum „Zentrum des Universums“ zu verwandeln. Dies präsentiert „Taking Woodstock“ mit einer guten Prise Humor, gut aufgelegten Darstellern und viel Respekt gegenüber der damaligen, unschuldigen Hippie-Kultur. Leider hakt es bei der Dramaturgie. So interessant und für die damalige Zeit bedeutsam der Vietnamkrieg auch war, die Rolle des Vietnamveteranen Billy rutscht zunehmend die dramaturgische Belanglosigkeit ab. Ärgerlich vor allem weil die Figur des Billy recht reizvoll geraten ist, aber Ang Lee konzentriert sich einfach komplett auf Elliot Teichberg und so fühlt es sich leider manchmal so an, als ob ihm die anderen Figuren nicht sonderlich interessieren.
„Taking Woodstock“ kann man als personenbezogenes Biopic verstehen, oder als Reflexion des damaligen Zeitgeists. Beide Varianten bieten anspruchsvolle wie unterhaltsame 110 Minuten. Man sollte nur nicht erwarten das der Film den Mythos definiert, denn dafür steht er dem Konzertereignis viel zu ehrfürchtig gegenüber und dass ist auch gut so.
„Taking Woodstock“ versteht sich nicht als Konzert- oder Musikfilm. Ang Lee interessiert sich nicht für die Musik. Der Zuschauer bekommt von den Künstlern auf der Bühne nicht mehr mit wie ein vom Wind weggetragenes Flüstern, störend ist dies nicht, denn der Fixpunkt liegt klar bei Elliot Teichberg, dem es gelingt seinen kleinen Heimatort Bethel für drei Tage zum „Zentrum des Universums“ zu verwandeln. Dies präsentiert „Taking Woodstock“ mit einer guten Prise Humor, gut aufgelegten Darstellern und viel Respekt gegenüber der damaligen, unschuldigen Hippie-Kultur. Leider hakt es bei der Dramaturgie. So interessant und für die damalige Zeit bedeutsam der Vietnamkrieg auch war, die Rolle des Vietnamveteranen Billy rutscht zunehmend die dramaturgische Belanglosigkeit ab. Ärgerlich vor allem weil die Figur des Billy recht reizvoll geraten ist, aber Ang Lee konzentriert sich einfach komplett auf Elliot Teichberg und so fühlt es sich leider manchmal so an, als ob ihm die anderen Figuren nicht sonderlich interessieren.
„Taking Woodstock“ kann man als personenbezogenes Biopic verstehen, oder als Reflexion des damaligen Zeitgeists. Beide Varianten bieten anspruchsvolle wie unterhaltsame 110 Minuten. Man sollte nur nicht erwarten das der Film den Mythos definiert, denn dafür steht er dem Konzertereignis viel zu ehrfürchtig gegenüber und dass ist auch gut so.
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Freitag, 12. Februar 2010
SHERLOCK HOLMES (2010)
Er ist endlich zurück! Nein, ich meine jetzt nicht Sherlock Holmes sondern Regisseur Guy Ritchie, der jahrelang nur als Mr. Madonna in Erscheinung trat und mit dem Superflop „Swept Away“ Fans seiner früheren Filme vergraulte. Nun, nachdem Ritchie sich mit dem Gangsterfilm „RocknRolla“ etwas, nun sagen wir resozialisiert hatte, darf der Brite den wohl bekanntesten Detektiv der Welt zurück auf die große Kinoleinwand bringen. Erklärtes Ziel von „Sherlock Holmes“: Mehr Action, mehr Witz, mehr Tempo und vor allem Holmes ewigen Begleiter Dr. Watson endlich so präsentieren wie es bereits Holmes-Erfinder Sir Arthur Conan Doyle getan hat, nämlich als Partner auf Augenhöhe und nicht als pummeligen Fragensteller wie man den guten Doktor sonst von diversen Verfilmungen her kennt.
Natürlich können Holmes und Watson nur dann brillieren, wenn sie zum einen von guten Darstellern gespielt werden und wenn sie einen spannenden Fall zu lösen haben. Erstes ist den Machern gelungen. Robert Downey jr. empfiehlt sich ein weiteres Mal für charmante Heldenrollen, während Jude Law als Dr. John Watson den englischen Gentleman mit Eloquenz und Schlagfertigkeit verkörpert.
Der Fall den das ungleiche aber dennoch miteinander harmonierende Duo zu lösen hat, kann da nicht mithalten. Dass bei der Wiederauferstehung des dunklen Lord Blackwood (ungewöhnlich schwach: Mark Strong) keine Magie im Spiel ist, ist klar, schließlich irrt sich ein Sherlock Holmes nie. Der Fall wirkt jedoch im Zusammenspiel mit dem Duo Holmes/Watson austauschbar und der Aha-Effekt bei der finalen Auflösung hält sich ebenso in Grenzen wie die darstellerische Leistung von Rachel McAdams, die als Diebin und Ex-Geliebte von Holmes ähnlich platt geraten ist wie die früheren Bond-Girls.
Als Krimi enttäuscht „Sherlock Holmes“ also, aber in der Action und in der Komödie lässt er die Muskeln spielen. Gut, allerdings wer große Lacher sucht wird eher enttäuscht, es sind eher die süffisanten, pointierten Wortgefechte zwischen dem Detektiv und dem Doktor als die eher mäßigen Gags, die der Film (eher selten) nutzt um dem Duo sowie den Zuschauern eine Atempause vom ganzen kämpfen und denken zu ermöglichen.
Natürlich bleiben Stirnrunzler bei Ritchies moderner Interpretation nicht aus. Einige Dinge gefallen, z.B. Holmes legeres Auftreten oder die Off-Kommentare, andere wie etwa die Fight Club Szene wollen sich einfach nicht ins Gesamtkonzept einfügen.
„Sherlock Holmes“ ist einer gelungener Unterhaltungsfilm mit übergroßem Fortsetzungsfaktor, der mit seinen Stärken meist elegant seine Schwächen kaschiert. Ob jedem Fan die Franchise-Renovierung gefällt sei dahin gestellt, aber Ritchie gelingt am Ende ein ultimativer Fingerzeig in Richtung Modernität. Was genau damit gemeint ist soll hier nicht verraten werden (Spoilergefahr) nur so viel, der oder die Bösen wollen den Prototyp von etwas benutzen für dass heutzutage einige Landesoberhäupter schon mal Kriege anfangen und wovor wir Angst um unser Leben haben - zu recht. Mehr Zeitgeist im viktorianischen England geht nicht mehr.
Natürlich können Holmes und Watson nur dann brillieren, wenn sie zum einen von guten Darstellern gespielt werden und wenn sie einen spannenden Fall zu lösen haben. Erstes ist den Machern gelungen. Robert Downey jr. empfiehlt sich ein weiteres Mal für charmante Heldenrollen, während Jude Law als Dr. John Watson den englischen Gentleman mit Eloquenz und Schlagfertigkeit verkörpert.
Der Fall den das ungleiche aber dennoch miteinander harmonierende Duo zu lösen hat, kann da nicht mithalten. Dass bei der Wiederauferstehung des dunklen Lord Blackwood (ungewöhnlich schwach: Mark Strong) keine Magie im Spiel ist, ist klar, schließlich irrt sich ein Sherlock Holmes nie. Der Fall wirkt jedoch im Zusammenspiel mit dem Duo Holmes/Watson austauschbar und der Aha-Effekt bei der finalen Auflösung hält sich ebenso in Grenzen wie die darstellerische Leistung von Rachel McAdams, die als Diebin und Ex-Geliebte von Holmes ähnlich platt geraten ist wie die früheren Bond-Girls.
Als Krimi enttäuscht „Sherlock Holmes“ also, aber in der Action und in der Komödie lässt er die Muskeln spielen. Gut, allerdings wer große Lacher sucht wird eher enttäuscht, es sind eher die süffisanten, pointierten Wortgefechte zwischen dem Detektiv und dem Doktor als die eher mäßigen Gags, die der Film (eher selten) nutzt um dem Duo sowie den Zuschauern eine Atempause vom ganzen kämpfen und denken zu ermöglichen.
Natürlich bleiben Stirnrunzler bei Ritchies moderner Interpretation nicht aus. Einige Dinge gefallen, z.B. Holmes legeres Auftreten oder die Off-Kommentare, andere wie etwa die Fight Club Szene wollen sich einfach nicht ins Gesamtkonzept einfügen.
„Sherlock Holmes“ ist einer gelungener Unterhaltungsfilm mit übergroßem Fortsetzungsfaktor, der mit seinen Stärken meist elegant seine Schwächen kaschiert. Ob jedem Fan die Franchise-Renovierung gefällt sei dahin gestellt, aber Ritchie gelingt am Ende ein ultimativer Fingerzeig in Richtung Modernität. Was genau damit gemeint ist soll hier nicht verraten werden (Spoilergefahr) nur so viel, der oder die Bösen wollen den Prototyp von etwas benutzen für dass heutzutage einige Landesoberhäupter schon mal Kriege anfangen und wovor wir Angst um unser Leben haben - zu recht. Mehr Zeitgeist im viktorianischen England geht nicht mehr.
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Montag, 28. Dezember 2009
AVATAR- AUFBRUCH NACH PANDORA (3D)
3D. Es gab im Jahr 2009 wohl kein größeres Filmthema, denn nach etlichen Versuchen und unzähligen gescheiterten Formaten, ist es der Filmindustrie endlich gelungen Filme in ein lebendiges, modernes Format zu verpacken. Bis jetzt war 3D jedoch nur eine Spielerei. Filme wie „My Bloody Valentine“ oder „Ice Age 3“ besaßen zwar eine Fülle von netten, dimensionalen Effekten, aber es war oder besser gesagt es wird wohl James Cameron sein, der diese von der Filmindustrie so heiß beworbenen Technik in Richtung Zukunft führt. Mit „Avatar- Aufbruch nach Pandora“ erschuf Cameron einen 3D Film der sich nicht als bloße Technikdemonstration versteht, sondern die Technologie so gekonnt einsetzt, dass die märchenhafte Welt des Dschungelplaneten Pandora so plastisch und atemberaubend erscheint wie keine andere erdachte Welt zuvor.
„Avatar“, der mit einem Budget von über 400 Millionen Dollar nicht nur den 3D Film vorwärts treibt sondern auch den finanziellen Output der großen Majorstudios, ist ein Sci-Fi Film dessen Handlung stark an den Westernklassiker „Der mit dem Wolf tanzt“ erinnert. James Cameron erzählt die Geschichte des querschnittsgelähmten Marine Jack Sully, der mittels Hightech seinen Geist temporär in einen von Menschen geklonten Außerirdischen transferiert, ohne besondere Komplexität. Ein guter Zug, denn „Avatar“ ist in erster Linie ein Film zum Staunen und bewundern. Hier zählt die Schönheit der am Computer erstellen Welt mehr als der Inhalt, auch wenn sich „Avatar“ große Mühe gibt seine Geschichte größer aussehen zu lassen als sie wirklich ist. Der große Schwachpunkt zwischen den ganzen „Ohs“ und „Ahs“ sind die Figuren. Der vom Schicksal gebeutelte Held wirkt trotz vieler Anstrengungen einfallslos und die bösen Marines sowie ihre geldgeilen Auftraggeber halten sich sehr knapp an der Grenze zur Karikatur auf. Eine erfreuliche Ausnahme ist die Figur von Dr. Grace Augustine, gespielt von der immer wieder herausragenden Sigourney Weaver. Hier bewies Cameron den richtigen Riecher, den die Weaver verleiht der resoluten Wissenschaftlerin viel wohltuende Würde und Wärme, die bei den meisten anderen Figuren zu kurz kommt, weil sie zu konventionell skizziert sind. James Cameron benutzt eigentlich immer solche einfachen, formellen Profile, egal ob „Terminator“ oder „Titanic“. Diese Simplizität ist oft störend, doch sie bringt eine besonders hilfreiche Eigenschaft mit sich: Die verschiedenen Rollen werden so effektiv und unkompliziert verteilt. Bei „Avatar“ setzt dieses dramaturgische Konzept bzw. Kniff aber leider schnell, sehr viel Staub an. Die Figuren sind nicht das Einzige was recht einfach gehalten ist. Die Story nutzt altmodische Parabeln auf Umweltzerstörung, Gier und Vertrauen. Im Gegensatz zu den Charakteren passt die Schlichtheit hier aber gut zu „Avatar“, denn simpel wie sie auch sein mag, bei der Kultur der Na’vi gibt sich Cameron keinerlei Blöße. Alles wirkt, nicht nur Ästhetisch, unglaublich stimmig, auch wenn einige esoterische Szenen den Film unnötig in die Längen ziehen und gewiss der ein oder andere Zuschauer bei so mancher spirituellen Aktion die Hand vor den Kopf schlägt.
James Cameron ist mit „Avatar“ ein großer Film gelungen. Man muss aber klar sagen, dass es die 3D Technologie ist, die diese Mammutprojekt zu einem Filmereignis macht. Der Film büßt ohne diese „Zauberei“ viel, ja sogar sehr viel von seiner Faszination ein. Als normales, zweidimensionales Sci-Fi-Abenteuer kann James Camerons lang geplantes und gepflegtes Projekt die geschürten Erwartungen nicht ganz erfüllen, aber da der Film ja eh als reiner 3D Film konzipiert war, darf man den Machern keine allzu großen Vorwürfe machen. Schlussendlich hat „Avatar“ seinen Zweck erfüllt. Kurz vor Kinostart rüsteten viele Kinos auf 3D um und nach nur 2 Wochen hat Camerons Umweltfabel seine Kosten wieder eingespielt. So gesehen war „Avatar- Aufbruch nach Pandora“ ein mehr als erfolgreicher Startschuss für die Zukunft des 3D-Kinos.
„Avatar“, der mit einem Budget von über 400 Millionen Dollar nicht nur den 3D Film vorwärts treibt sondern auch den finanziellen Output der großen Majorstudios, ist ein Sci-Fi Film dessen Handlung stark an den Westernklassiker „Der mit dem Wolf tanzt“ erinnert. James Cameron erzählt die Geschichte des querschnittsgelähmten Marine Jack Sully, der mittels Hightech seinen Geist temporär in einen von Menschen geklonten Außerirdischen transferiert, ohne besondere Komplexität. Ein guter Zug, denn „Avatar“ ist in erster Linie ein Film zum Staunen und bewundern. Hier zählt die Schönheit der am Computer erstellen Welt mehr als der Inhalt, auch wenn sich „Avatar“ große Mühe gibt seine Geschichte größer aussehen zu lassen als sie wirklich ist. Der große Schwachpunkt zwischen den ganzen „Ohs“ und „Ahs“ sind die Figuren. Der vom Schicksal gebeutelte Held wirkt trotz vieler Anstrengungen einfallslos und die bösen Marines sowie ihre geldgeilen Auftraggeber halten sich sehr knapp an der Grenze zur Karikatur auf. Eine erfreuliche Ausnahme ist die Figur von Dr. Grace Augustine, gespielt von der immer wieder herausragenden Sigourney Weaver. Hier bewies Cameron den richtigen Riecher, den die Weaver verleiht der resoluten Wissenschaftlerin viel wohltuende Würde und Wärme, die bei den meisten anderen Figuren zu kurz kommt, weil sie zu konventionell skizziert sind. James Cameron benutzt eigentlich immer solche einfachen, formellen Profile, egal ob „Terminator“ oder „Titanic“. Diese Simplizität ist oft störend, doch sie bringt eine besonders hilfreiche Eigenschaft mit sich: Die verschiedenen Rollen werden so effektiv und unkompliziert verteilt. Bei „Avatar“ setzt dieses dramaturgische Konzept bzw. Kniff aber leider schnell, sehr viel Staub an. Die Figuren sind nicht das Einzige was recht einfach gehalten ist. Die Story nutzt altmodische Parabeln auf Umweltzerstörung, Gier und Vertrauen. Im Gegensatz zu den Charakteren passt die Schlichtheit hier aber gut zu „Avatar“, denn simpel wie sie auch sein mag, bei der Kultur der Na’vi gibt sich Cameron keinerlei Blöße. Alles wirkt, nicht nur Ästhetisch, unglaublich stimmig, auch wenn einige esoterische Szenen den Film unnötig in die Längen ziehen und gewiss der ein oder andere Zuschauer bei so mancher spirituellen Aktion die Hand vor den Kopf schlägt.
James Cameron ist mit „Avatar“ ein großer Film gelungen. Man muss aber klar sagen, dass es die 3D Technologie ist, die diese Mammutprojekt zu einem Filmereignis macht. Der Film büßt ohne diese „Zauberei“ viel, ja sogar sehr viel von seiner Faszination ein. Als normales, zweidimensionales Sci-Fi-Abenteuer kann James Camerons lang geplantes und gepflegtes Projekt die geschürten Erwartungen nicht ganz erfüllen, aber da der Film ja eh als reiner 3D Film konzipiert war, darf man den Machern keine allzu großen Vorwürfe machen. Schlussendlich hat „Avatar“ seinen Zweck erfüllt. Kurz vor Kinostart rüsteten viele Kinos auf 3D um und nach nur 2 Wochen hat Camerons Umweltfabel seine Kosten wieder eingespielt. So gesehen war „Avatar- Aufbruch nach Pandora“ ein mehr als erfolgreicher Startschuss für die Zukunft des 3D-Kinos.
HORST SCHLÄMMER - ISCH KANDIDIERE
Mit seinem Auftritt bei "Wer wird Millionär" eroberte Horst Schlämmer die Herzen des Publikums. Nun spendiert Hape Kerkeling und sein Lebensgefährte Angelo Colagrossi dem rheinischen Original seinen eigenen Kinofilm. Das Ergebnis ist eine piefige Kombination aus Dokumentation, Komödie und Satire wie sie man sonst von Sacha Baron Cohen ("Borat", "Brüno") kennt. Im Gegensatz zu Cohen ist Kerkeling jedoch nicht daran interessiert seine Gesprächspartner vorzuführen, was durchaus liebenswürdig ist, dem Film aber auch seine satirische Schärfe kostet.
Der Spielfilmanteil von "Isch kandidiere" erweist sich dabei als Lustspiel auf Dorftheaterniveau und die Gastauftritten von Promis wie Bushido, Michael Schumacher oder Claudia Effenberg wirken peinlich bis unnütz, während die Gespräche mit Politikern ungefähr so viel Esprit haben wie die Sonntagsumfrage im ZDF.
Die Kunstfigur Horst Schlämmer, die Kerkeling laut Interviews am liebsten sterben lassen würde, erweist sich hier als totes Objekt. Eine Figur deren Eigenheiten nach wenigen Minuten schon so oft präsentiert und abgefeiert wurden, dass sie langweilt und die Chance dem stellvertretender Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts neue humoristische Facetten zu verpassen werden vom Film nicht genutzt.
"Horst Schlämmer - Isch kandidiere" ist eine große Enttäuschung, ein filmischer Schnellschuss von minderer Qualität, beim dem Hape Kerkeling mit seinen Auftritten als Ulla Schmidt, Angele Merkel und Roland Pofalle zumindest beweist dass er ein guter Parodist ist. Nur von seiner Begabung als Unterhalter merkt man nicht all zu viel.
Der Spielfilmanteil von "Isch kandidiere" erweist sich dabei als Lustspiel auf Dorftheaterniveau und die Gastauftritten von Promis wie Bushido, Michael Schumacher oder Claudia Effenberg wirken peinlich bis unnütz, während die Gespräche mit Politikern ungefähr so viel Esprit haben wie die Sonntagsumfrage im ZDF.
Die Kunstfigur Horst Schlämmer, die Kerkeling laut Interviews am liebsten sterben lassen würde, erweist sich hier als totes Objekt. Eine Figur deren Eigenheiten nach wenigen Minuten schon so oft präsentiert und abgefeiert wurden, dass sie langweilt und die Chance dem stellvertretender Chefredakteur des Grevenbroicher Tagblatts neue humoristische Facetten zu verpassen werden vom Film nicht genutzt.
"Horst Schlämmer - Isch kandidiere" ist eine große Enttäuschung, ein filmischer Schnellschuss von minderer Qualität, beim dem Hape Kerkeling mit seinen Auftritten als Ulla Schmidt, Angele Merkel und Roland Pofalle zumindest beweist dass er ein guter Parodist ist. Nur von seiner Begabung als Unterhalter merkt man nicht all zu viel.
Samstag, 26. Dezember 2009
Mein kleiner, subjektiver, cineastsicher Jahresrückblick 2009 - Teil 1
Der Weihnachtsbraten (eigentlich eine Weihnachtspizza) ist verspeist. Der Rotwein ist alle und der Whisky der neben dem Monitor steht schmeckt so gut wie er teuer war. Die Geschenke sind ausgepackt, die Freude ist erbärmlich klein (oh toll Mutter, Nasenspray) und im Fernseher gibt es mit „Motel“, „Alien 3“ und „Rendezvous mit Joe Black“ gleich drei Horrorfilme zu bestaunen. Ich aber werde jetzt einen Schluck Whisky nehmen (oh ja, ich bin ein ganzer Kerl!) und dass tun was ich eigentlich schon vor einem Monat anfangen wollte: Mein kleiner, subjektiver, cineastischer Jahresrückblick.
Ich bin faul, ja ich bin faul. Während andere sich zu Fuß, mit dem Rad oder zumindest mit dem Auto zur Videothek begeben, lasse ich die Videothek zu mir kommen. Meine geliebte Online-Videothek schickt mir wöchentlich meinen „Stoff“ und alles was ich tun muss ist, die gesehen Filme in den Briefkasten zu werfen. Diese Online-Videothek hat neben der Bequemlichkeit noch einen großen Vorteil: Ihre Sortiment. Bei meiner früheren Dorfvideothek hätte ich einige Filme verpasst, weil zu klein, zu still, zu quer oder einfach nur zu anders sind als die hoch budgetierten Filme aus der Traumfabrik.
Einer dieser Filme, von denen gewiss noch mehrere gleich genannt werden, ist die neuseeländisch Romanze „Eagle vs. Shark“ von Taika Cohen.
"Eagle vs Shark" ist ein merkwürdig- großartiges Kleinod. Die einfache Geschichte von der Liebe zwischen den Verlieren Lily und Jarrod wird so erstklassig erzählt und mit so viel liebenswerten, skurrilen Humorakzenten versehen, dass die etwas penetrante „Achtung: Künstlerisch Wertvoll“-Gewichtung kaum negativ auffällt. Taika Cohens Film ist ein Werk mit scheinbar tausenden von Liebenswürdigkeiten, mal größer mal kleiner aber immer herzlich und oft auch verdammt komisch.
Wenn Faulheit immer so belohnt werden würde, ich saße wohl nur noch zu Hause.
Natürlich war „Eagle vs. Shark“ nicht die einzige großartige Romanze des Filmjahres 2009. Es wäre wirklich peinlich wenn ich nicht auch „Slumdog Millionär“ erwähnen würde, ein Film der wieder einmal deutlich machte, dass das Kino existiert.
Obwohl ich Danny Boyles oscargekröntes Meisterwerk auch auf Blu-Ray hin- und mitreißend fand, so entfaltet sich die Sogwirkung der teilweisen fiebrigen Bilder doch nur auf einer großen Leinwand. Es klingt hart, aber wer „Slumdog Millionär“ nur auf DVD oder Blu-Ray (egal ob 8m-LCD-Fernseher oder Beamer) gesehen hat, hat den Film nie richtig zu spüren bekommen. Großartig bleibt aber wohl selbst auf dem kleinsten Bildschirm.
Um gleich einmal bei den großen Emotionen zu bleiben, es gab da jemanden der mich 2009 so beeindruckte, dass ich den großartigen Sean Penn lange Zeit gehasst habe, weil er und nicht mein Hauptdarsteller des Jahres, den Oscar bekam. Ich meine selbstverständlich Mickey Rourke, der mit seiner Glanzleistung in „The Wrestler“ eine solch hinreißende und atemberaubende Performance ablieferte dass ich noch Stunden nach dem Kinobesuch eine Gänsehaut erster Güte hatte.
Der Film, der zu 100% auf Mickey Rourke zugeschnitten ist, zeigt zum einen die Halbwelt des Wrestling, eine fast schon unwirkliche Zusammensetzung aus Show, Sport und Schmerzen, in der sich die Hauptfigur Randy "The Ram" aber heimisch, ja sogar geborgen fühlt. Für diese Welt musste er allerdings Opfer bringen, sei es sein Gehör, sein Herz oder die Beziehung zu Tochter. Als ihm ein Herzinfarkt aus dieser Geborgenheit reißt und Randy versucht die Wunden seiner Vergangenheit auszukurieren kommt er bald an seine Schmerzgrenze.
Mickey Rourke verkörpert die Rolle des „The Ram“ mit solch einer Hingabe, Aufopferungsbereitschaft und mit so einer unbeschreiblichen Offenheit dass es einem das Herz zerreißt. Wenn Randy versucht sich mit seiner Tochter zu versöhnen und er kurz dabei ist Glück und Sicherheit außerhalb des Wrestling zu finden, gibt er einen Wunsch preis, den er an seine Tochter richtet. Für kurze Zeit wird Randy dieser Wunsch gewährt und auch wenn er mit Kittel und Haarnetz im Supermarkt Schinken verkauft, in dieser Zeit strahlt er so viel Liebe, Glück und Würde aus, dass bei einem selbst einen Rausch des Glücks auslöst, aber er wird fallen und wird einen Entschluss fassen, den er am Ende vor Publikum benennt. Ob dieser Entschluss eine Selbstaufgabe oder der einzig richtige Weg ist, muss jeder selbst entscheiden, eins ist aber sicher mit "The Wrestler" hat Mickey Rourke nicht nur ein famoses Comeback hingelegt, sondern sich auch ein darstellerisches Monument erschaffen, dass über all seine Kritiker, Neider und Spötter stehen wird.
Ebenfalls ein Mahnmal, jedoch nicht gegen vergessene Talente sondern, gegen den Irakkrieg errichtete Hollywood 2009 mehrfach. Alle Filme die das Thema Irakkrieg behandelten waren gut bis sehr gut, aber niemand bekam den Erfolg den er verdiente. Weder der emotionale „Stop-Loss“ mit Ryan Phillipe noch der experimentelle „Redacted“ vom Regie-Altmeister Brian DePalma. Besonders schade: „The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow, der Beweis und ein Paradebeispiel wie man Anspruch und Adrenalin zusammenfügt. Ein Film der den Blutdruck in die Höhe versetzt und gleichzeitig das Hirn zum nachdenken anregt. Kurz: Ein Highlight des Jahres und weiterer Vertreter der Gattung von Filmen die wohl nie die Anzahl von Zuschauern erhalten wird, die er eigentlich verdient hätte. On das Thema Irakkrieg wirklich das große Publikum abschreckt wird sich 2010 zeigen, dann läuft „Green Zone“ mit Matt Damon an, aber dass hier ist ja ein Rückblick aber ich glaube ein Blick in Richtung Zukunft werde ich wohl auch noch anfertigen, aber erst mal hol ich mir noch ein Bier. Nur Whisky allein macht auf Dauer zwar betrunken aber nicht glücklich.
Wie jedes Jahr gab es auch dieses Jahr wieder TRENDS. Dass schöne bzw. wundersame an diesen Trends ist dass einige so tun, als ob man das Kino neu erfindet. Zugegeben, die 3D Technik hätte das Zeug dazu, aber bis jetzt (nein, „Avatar“ hab ich noch nicht gesehen, aber die Karte für eine 3D Vorstellung ist bereits reserviert) ist sie eher eine nette Spielerei, ein Bonus zum kurzzeitigen Staunen. Gespannt wie es weiter geht mit 3D bin ich aber durchaus, aber eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus.
Zwei Kinotrends fand ich dieses Jahr besonders auffällig. Zum einen der Vampir-Trend ausgelöst von „Twillight“ was auf deutsch übersetzt wohl so viel heißt wie Mormonisch-mythische Enthaltsamkeitsparabel mit viel Kitsch und vielen hübschen, jungen Menschen die immer ganz bedrückt in die Kamera glotzen.
Ja, ich kann mit „Twilight“ nichts anfangen. Ich finde Robert Pattinson so interessant wie die Sonntagswiederholunge von „Schlag den Raab“ und Kirsten Stewart sieht immer ein wenig so aus als ob sie zu heftig an einem Joint gezogen hätte, aber ich gebe zu, dass der Film handwerklich gut ist und ich kann verstehen das diese Romanze im Emo-Stil mehr Zuschauer findet als „Eagl vs. Shark“ oder „So finster die Nacht“.
„So finster die Nacht“ ist auch ein Vampirfilm, es ist nicht ganz so direkt eine Liebesgeschichte, aber es geht um Freundschaft, Vertrauen, Einsamkeit und (na klar) Vampire.
Der schwedische Film nach dem Bestseller von John Ajvide Lindqvist ist schön morbide, besitzt aber dennoch Zärtlichkeit, die er jedoch hinter einer großen Wolke aus Pessimismus und Finsternis versteckt. Es sind die wundervollen, jungen Darsteller, die „So finster die Nacht“ zum besten Vampirfilm seit langem machen, denn sie verleihen ihren Figuren Charisma, wahre Persönlichkeit und geben ihren Stärken und Schwächen eindringliche Gesichter.
Aber auch die handwerkliche Seite ist sehr überzeugend. Mit Bildern, vollgestopft mit Ruhe, Mystik und moderner Morbidität erzählt der Film seine Story.
Moderne Morbidität? Ja, was früher die Spukschlösser mit ihren Spinnweben und knarrenden Türen waren sind heute die anonymen Wohnsiedlungen der Vororte, in denen „So finster die Nacht“ spielt. Dieser inszenatorische Clou alleine macht den Film schon sehenswert, aber die diversen Verweise auf andere Mythen, die zarte Freundschaftsgeschichte zwischen Oskar und Vampirin Eli, sowie der Mut gängige Konventionen und Moralvorstellungen zu brechen oder auszuhebeln machen aus diesem Film ein wunderschönes und zugleich wirkliches gruseliges Erlebnis. Das Hollywood-Remake soll bald gedreht werden.
Verehrte/r Leser/in. Nun folgt ein Intermezzo, damit ich in Ruhe meinen Whisky trinken kann
FILME DIE ICH 2009 LEIDER VERPASST HABE
„DURST“ VON PARK CHAN-WOOK
„DAS WEIßE BAND“ VON MICHAEL HANEKE
„TAKING WOODSTOCK“ VON ANG LEE
„ZOMBIELAND“ VON RUBEN FLEISCHER
„WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN“ VON SPIKE JONZE
„ANTICHRIST“ VON LARS VON TRIER
Ein weiterer Trend sind Comicverfilmungen, auch wenn dieser Trend noch schon einige Jahre auf den Buckel hat.
2009 durften sich Fans des ewigen Bad Guy Wolverine freuen, denn mit „X-Men Origins: Wolverine“ lief endlich das lang ersehnte Spin Of an. Ich mach's kurz und wiederhole mich: Der Film ist nett, aber im Gegensatz zu den Comics viel zu zahm und viel zu brav. Wolverines „Fuck You“ - Attitüde wurde für eine niedrige Altersfreigabe gelöscht – ärgerlich. Ärgerlich vor allem weil 20h Century Fox den Film nur geschnitten in den deutschen Kino laufen ließ (http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1352) und dann bei der DVD-Veröffentlichung großspurig eine Extended Edition anpries. Diese ist jedoch nur um wenige Sekunden länger und der Film ist dennoch, wie im Kino, ab 16. Dass stinkt nach übelster Abzocke. Pfui Fox!
Zum Glück gab es aber Comichelden die das hielten was sie, bzw. ihre Comicvorlage versprach, nämlich geistvolle wie wilde Unterhaltung mit dem besonderen Pfiff. Lady and Gentleman here are „The Watchmen“.
Die gefeierte Comic-Novelle von Dave Gibbons und alan Moore war einer der Projekte die eigentlich als unverfilmbar galt. Dies ist aber kein Hindernis und so inszenierte Zack Synder einen vielfältigen, intelligenten und sehr besonderen Film.
Snyders Version der "Watchmen" ist seltsam- grandios. Ein Film der zum einen den üblichen Konventionen des modernen Actionfilms frönt, nur um wenig später dem von Hollywood Herangezüchteten Massengeschmack einen Tritt in den Hintern zu verpassen. Anders wie bei „300“ stellt sich die Verfilmung nämlich nicht bloß in den Dienst von bloßen Euphemismen, sondern spielt ein markantes Spiel mit Handlungen, Charakteren und den verschiedenen Stilkompositionen der bekannten Mythen der Comicwelt. Dieses, mit anarchistischer Souveränität geführtes, Spiel wirkt in seinen Einzelheiten oft burlesk bis kurios, ja manchmal schon albern, im ganzen betrachtet bereichert es den Film und hebt ihn von all den anderen Superheldenverfilmung und sein sie noch so gut, ab.
Die Verfilmung der "Watchmen" kam dazu genau zur richtigen Zeit. Moderne Superheldenfilme wie "Spiderman" oder "X-Men" haben dem Genre extrem gesättigt. Die destruktive Kraft der "Watchmen" könnte dieses Brachland wieder in fruchtbaren Boden für neue Ideen und Mythen verwandeln. Man bezahlt aber auch einen hohen Preis. So verfällt Regisseur Zack Snyder gerade in der ersten Hälfte der Langsamkeit und die Philosophien von Zeit und menschlicher Existenz die der gottgleiche Dr. Manhattan preisgibt, wirken des Öfteren sehr aufgesetzt und manchmal sogar etwas renitent. Aber diese Schwächen sind mehr als nur zu verschmerzen, denn „Watchmen“ zeigt mit all seiner Einzigartigkeit so viel Mut, wie es schon lange kein 100 Millionen Dollar Film mehr getan hat. Wer dachte das die meisterhafte Tragödie eines „The Dark Knight“ bereits mutig war, der muss nach den „Watchmen“ umdenken, denn spätestens beim Finale, dass mit bitterer Ironie und Melancholie durchzogen ist, wird klar dass diese Helden in keine Schublade passen. Eine für Hollywood- Verhältnisse wirklich bemerkenswerte Superkraft.
Bemerkenswert, jedoch in negativer Hinsicht ist dass Paramount und Warner sich bis heute weigern den Director's Cut sowie den Ultimate Cut in Euopra auf DVD oder Blu-Ray zu veröffentlichen, was wohl damit zu tun hat, dass auch „Watchmen“ zu den Filmen gehört die leider nicht das ganz große Publikum erreicht habe.
Ein Film der zu den erfolgreichsten des Jahres gehört war „Star Trek“ und für mich persönich war es ein herrlicher Kinobesuch, denn eigentlich finde ich Cpt. Kirk, Raumsciff Enterprise und Klingonen zum kotzen, aber der Neustart der Filmreihe (auf fachchinesisch auch Reboot genannt) bietet bestes Popcornkino. Tolle Effekte, eine große Portion Witz, schöne Actionszenen, nett gezeichnete Figuren und den Mut das verstaubte Franchise in neue Bahnen zu lenken.
„Star Trek“ war einer der besten Blockbuster 2009 und ließ den inspirationslosen „Terminator- Die Erlösung“ weit hinter sich. Aber hey, dank des vierten Terminators weiß ich jetzt wenigstens eins: Mit Guns N' Roses fängt man Roboter.
Wenn wir schon mal bei Sci-Fi sind, dann wird es Zeit für einen Überraschungshit: „District 9“.
Aber dazu später mehr, ich werde jetzt mein Bier und das letzte bisschen Whisky austrinken und mich dem Fernsehapparat widmen. Heute läuft „Wild Christmas“, kein Top-Hit aber sehenswertes Kontrastprogramm zum lieblichen Weihnachtsmief.
So, jetzt ist auch mal genug für heute. Ich leer jetzt mein Bier und das Whiskyglas und schau ein bisschen TV. Vielleicht mach ich gleich weiter, vielleicht morgen, vielleicht gar nicht. Mal gucken. Bis dahin eine schöne Zeit.
Ich bin faul, ja ich bin faul. Während andere sich zu Fuß, mit dem Rad oder zumindest mit dem Auto zur Videothek begeben, lasse ich die Videothek zu mir kommen. Meine geliebte Online-Videothek schickt mir wöchentlich meinen „Stoff“ und alles was ich tun muss ist, die gesehen Filme in den Briefkasten zu werfen. Diese Online-Videothek hat neben der Bequemlichkeit noch einen großen Vorteil: Ihre Sortiment. Bei meiner früheren Dorfvideothek hätte ich einige Filme verpasst, weil zu klein, zu still, zu quer oder einfach nur zu anders sind als die hoch budgetierten Filme aus der Traumfabrik.
Einer dieser Filme, von denen gewiss noch mehrere gleich genannt werden, ist die neuseeländisch Romanze „Eagle vs. Shark“ von Taika Cohen.
"Eagle vs Shark" ist ein merkwürdig- großartiges Kleinod. Die einfache Geschichte von der Liebe zwischen den Verlieren Lily und Jarrod wird so erstklassig erzählt und mit so viel liebenswerten, skurrilen Humorakzenten versehen, dass die etwas penetrante „Achtung: Künstlerisch Wertvoll“-Gewichtung kaum negativ auffällt. Taika Cohens Film ist ein Werk mit scheinbar tausenden von Liebenswürdigkeiten, mal größer mal kleiner aber immer herzlich und oft auch verdammt komisch.
Wenn Faulheit immer so belohnt werden würde, ich saße wohl nur noch zu Hause.
Natürlich war „Eagle vs. Shark“ nicht die einzige großartige Romanze des Filmjahres 2009. Es wäre wirklich peinlich wenn ich nicht auch „Slumdog Millionär“ erwähnen würde, ein Film der wieder einmal deutlich machte, dass das Kino existiert.
Obwohl ich Danny Boyles oscargekröntes Meisterwerk auch auf Blu-Ray hin- und mitreißend fand, so entfaltet sich die Sogwirkung der teilweisen fiebrigen Bilder doch nur auf einer großen Leinwand. Es klingt hart, aber wer „Slumdog Millionär“ nur auf DVD oder Blu-Ray (egal ob 8m-LCD-Fernseher oder Beamer) gesehen hat, hat den Film nie richtig zu spüren bekommen. Großartig bleibt aber wohl selbst auf dem kleinsten Bildschirm.
Um gleich einmal bei den großen Emotionen zu bleiben, es gab da jemanden der mich 2009 so beeindruckte, dass ich den großartigen Sean Penn lange Zeit gehasst habe, weil er und nicht mein Hauptdarsteller des Jahres, den Oscar bekam. Ich meine selbstverständlich Mickey Rourke, der mit seiner Glanzleistung in „The Wrestler“ eine solch hinreißende und atemberaubende Performance ablieferte dass ich noch Stunden nach dem Kinobesuch eine Gänsehaut erster Güte hatte.
Der Film, der zu 100% auf Mickey Rourke zugeschnitten ist, zeigt zum einen die Halbwelt des Wrestling, eine fast schon unwirkliche Zusammensetzung aus Show, Sport und Schmerzen, in der sich die Hauptfigur Randy "The Ram" aber heimisch, ja sogar geborgen fühlt. Für diese Welt musste er allerdings Opfer bringen, sei es sein Gehör, sein Herz oder die Beziehung zu Tochter. Als ihm ein Herzinfarkt aus dieser Geborgenheit reißt und Randy versucht die Wunden seiner Vergangenheit auszukurieren kommt er bald an seine Schmerzgrenze.
Mickey Rourke verkörpert die Rolle des „The Ram“ mit solch einer Hingabe, Aufopferungsbereitschaft und mit so einer unbeschreiblichen Offenheit dass es einem das Herz zerreißt. Wenn Randy versucht sich mit seiner Tochter zu versöhnen und er kurz dabei ist Glück und Sicherheit außerhalb des Wrestling zu finden, gibt er einen Wunsch preis, den er an seine Tochter richtet. Für kurze Zeit wird Randy dieser Wunsch gewährt und auch wenn er mit Kittel und Haarnetz im Supermarkt Schinken verkauft, in dieser Zeit strahlt er so viel Liebe, Glück und Würde aus, dass bei einem selbst einen Rausch des Glücks auslöst, aber er wird fallen und wird einen Entschluss fassen, den er am Ende vor Publikum benennt. Ob dieser Entschluss eine Selbstaufgabe oder der einzig richtige Weg ist, muss jeder selbst entscheiden, eins ist aber sicher mit "The Wrestler" hat Mickey Rourke nicht nur ein famoses Comeback hingelegt, sondern sich auch ein darstellerisches Monument erschaffen, dass über all seine Kritiker, Neider und Spötter stehen wird.
Ebenfalls ein Mahnmal, jedoch nicht gegen vergessene Talente sondern, gegen den Irakkrieg errichtete Hollywood 2009 mehrfach. Alle Filme die das Thema Irakkrieg behandelten waren gut bis sehr gut, aber niemand bekam den Erfolg den er verdiente. Weder der emotionale „Stop-Loss“ mit Ryan Phillipe noch der experimentelle „Redacted“ vom Regie-Altmeister Brian DePalma. Besonders schade: „The Hurt Locker“ von Kathryn Bigelow, der Beweis und ein Paradebeispiel wie man Anspruch und Adrenalin zusammenfügt. Ein Film der den Blutdruck in die Höhe versetzt und gleichzeitig das Hirn zum nachdenken anregt. Kurz: Ein Highlight des Jahres und weiterer Vertreter der Gattung von Filmen die wohl nie die Anzahl von Zuschauern erhalten wird, die er eigentlich verdient hätte. On das Thema Irakkrieg wirklich das große Publikum abschreckt wird sich 2010 zeigen, dann läuft „Green Zone“ mit Matt Damon an, aber dass hier ist ja ein Rückblick aber ich glaube ein Blick in Richtung Zukunft werde ich wohl auch noch anfertigen, aber erst mal hol ich mir noch ein Bier. Nur Whisky allein macht auf Dauer zwar betrunken aber nicht glücklich.
Wie jedes Jahr gab es auch dieses Jahr wieder TRENDS. Dass schöne bzw. wundersame an diesen Trends ist dass einige so tun, als ob man das Kino neu erfindet. Zugegeben, die 3D Technik hätte das Zeug dazu, aber bis jetzt (nein, „Avatar“ hab ich noch nicht gesehen, aber die Karte für eine 3D Vorstellung ist bereits reserviert) ist sie eher eine nette Spielerei, ein Bonus zum kurzzeitigen Staunen. Gespannt wie es weiter geht mit 3D bin ich aber durchaus, aber eigentlich wollte ich auf etwas anderes hinaus.
Zwei Kinotrends fand ich dieses Jahr besonders auffällig. Zum einen der Vampir-Trend ausgelöst von „Twillight“ was auf deutsch übersetzt wohl so viel heißt wie Mormonisch-mythische Enthaltsamkeitsparabel mit viel Kitsch und vielen hübschen, jungen Menschen die immer ganz bedrückt in die Kamera glotzen.
Ja, ich kann mit „Twilight“ nichts anfangen. Ich finde Robert Pattinson so interessant wie die Sonntagswiederholunge von „Schlag den Raab“ und Kirsten Stewart sieht immer ein wenig so aus als ob sie zu heftig an einem Joint gezogen hätte, aber ich gebe zu, dass der Film handwerklich gut ist und ich kann verstehen das diese Romanze im Emo-Stil mehr Zuschauer findet als „Eagl vs. Shark“ oder „So finster die Nacht“.
„So finster die Nacht“ ist auch ein Vampirfilm, es ist nicht ganz so direkt eine Liebesgeschichte, aber es geht um Freundschaft, Vertrauen, Einsamkeit und (na klar) Vampire.
Der schwedische Film nach dem Bestseller von John Ajvide Lindqvist ist schön morbide, besitzt aber dennoch Zärtlichkeit, die er jedoch hinter einer großen Wolke aus Pessimismus und Finsternis versteckt. Es sind die wundervollen, jungen Darsteller, die „So finster die Nacht“ zum besten Vampirfilm seit langem machen, denn sie verleihen ihren Figuren Charisma, wahre Persönlichkeit und geben ihren Stärken und Schwächen eindringliche Gesichter.
Aber auch die handwerkliche Seite ist sehr überzeugend. Mit Bildern, vollgestopft mit Ruhe, Mystik und moderner Morbidität erzählt der Film seine Story.
Moderne Morbidität? Ja, was früher die Spukschlösser mit ihren Spinnweben und knarrenden Türen waren sind heute die anonymen Wohnsiedlungen der Vororte, in denen „So finster die Nacht“ spielt. Dieser inszenatorische Clou alleine macht den Film schon sehenswert, aber die diversen Verweise auf andere Mythen, die zarte Freundschaftsgeschichte zwischen Oskar und Vampirin Eli, sowie der Mut gängige Konventionen und Moralvorstellungen zu brechen oder auszuhebeln machen aus diesem Film ein wunderschönes und zugleich wirkliches gruseliges Erlebnis. Das Hollywood-Remake soll bald gedreht werden.
Verehrte/r Leser/in. Nun folgt ein Intermezzo, damit ich in Ruhe meinen Whisky trinken kann
FILME DIE ICH 2009 LEIDER VERPASST HABE
„DURST“ VON PARK CHAN-WOOK
„DAS WEIßE BAND“ VON MICHAEL HANEKE
„TAKING WOODSTOCK“ VON ANG LEE
„ZOMBIELAND“ VON RUBEN FLEISCHER
„WO DIE WILDEN KERLE WOHNEN“ VON SPIKE JONZE
„ANTICHRIST“ VON LARS VON TRIER
Ein weiterer Trend sind Comicverfilmungen, auch wenn dieser Trend noch schon einige Jahre auf den Buckel hat.
2009 durften sich Fans des ewigen Bad Guy Wolverine freuen, denn mit „X-Men Origins: Wolverine“ lief endlich das lang ersehnte Spin Of an. Ich mach's kurz und wiederhole mich: Der Film ist nett, aber im Gegensatz zu den Comics viel zu zahm und viel zu brav. Wolverines „Fuck You“ - Attitüde wurde für eine niedrige Altersfreigabe gelöscht – ärgerlich. Ärgerlich vor allem weil 20h Century Fox den Film nur geschnitten in den deutschen Kino laufen ließ (http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1352) und dann bei der DVD-Veröffentlichung großspurig eine Extended Edition anpries. Diese ist jedoch nur um wenige Sekunden länger und der Film ist dennoch, wie im Kino, ab 16. Dass stinkt nach übelster Abzocke. Pfui Fox!
Zum Glück gab es aber Comichelden die das hielten was sie, bzw. ihre Comicvorlage versprach, nämlich geistvolle wie wilde Unterhaltung mit dem besonderen Pfiff. Lady and Gentleman here are „The Watchmen“.
Die gefeierte Comic-Novelle von Dave Gibbons und alan Moore war einer der Projekte die eigentlich als unverfilmbar galt. Dies ist aber kein Hindernis und so inszenierte Zack Synder einen vielfältigen, intelligenten und sehr besonderen Film.
Snyders Version der "Watchmen" ist seltsam- grandios. Ein Film der zum einen den üblichen Konventionen des modernen Actionfilms frönt, nur um wenig später dem von Hollywood Herangezüchteten Massengeschmack einen Tritt in den Hintern zu verpassen. Anders wie bei „300“ stellt sich die Verfilmung nämlich nicht bloß in den Dienst von bloßen Euphemismen, sondern spielt ein markantes Spiel mit Handlungen, Charakteren und den verschiedenen Stilkompositionen der bekannten Mythen der Comicwelt. Dieses, mit anarchistischer Souveränität geführtes, Spiel wirkt in seinen Einzelheiten oft burlesk bis kurios, ja manchmal schon albern, im ganzen betrachtet bereichert es den Film und hebt ihn von all den anderen Superheldenverfilmung und sein sie noch so gut, ab.
Die Verfilmung der "Watchmen" kam dazu genau zur richtigen Zeit. Moderne Superheldenfilme wie "Spiderman" oder "X-Men" haben dem Genre extrem gesättigt. Die destruktive Kraft der "Watchmen" könnte dieses Brachland wieder in fruchtbaren Boden für neue Ideen und Mythen verwandeln. Man bezahlt aber auch einen hohen Preis. So verfällt Regisseur Zack Snyder gerade in der ersten Hälfte der Langsamkeit und die Philosophien von Zeit und menschlicher Existenz die der gottgleiche Dr. Manhattan preisgibt, wirken des Öfteren sehr aufgesetzt und manchmal sogar etwas renitent. Aber diese Schwächen sind mehr als nur zu verschmerzen, denn „Watchmen“ zeigt mit all seiner Einzigartigkeit so viel Mut, wie es schon lange kein 100 Millionen Dollar Film mehr getan hat. Wer dachte das die meisterhafte Tragödie eines „The Dark Knight“ bereits mutig war, der muss nach den „Watchmen“ umdenken, denn spätestens beim Finale, dass mit bitterer Ironie und Melancholie durchzogen ist, wird klar dass diese Helden in keine Schublade passen. Eine für Hollywood- Verhältnisse wirklich bemerkenswerte Superkraft.
Bemerkenswert, jedoch in negativer Hinsicht ist dass Paramount und Warner sich bis heute weigern den Director's Cut sowie den Ultimate Cut in Euopra auf DVD oder Blu-Ray zu veröffentlichen, was wohl damit zu tun hat, dass auch „Watchmen“ zu den Filmen gehört die leider nicht das ganz große Publikum erreicht habe.
Ein Film der zu den erfolgreichsten des Jahres gehört war „Star Trek“ und für mich persönich war es ein herrlicher Kinobesuch, denn eigentlich finde ich Cpt. Kirk, Raumsciff Enterprise und Klingonen zum kotzen, aber der Neustart der Filmreihe (auf fachchinesisch auch Reboot genannt) bietet bestes Popcornkino. Tolle Effekte, eine große Portion Witz, schöne Actionszenen, nett gezeichnete Figuren und den Mut das verstaubte Franchise in neue Bahnen zu lenken.
„Star Trek“ war einer der besten Blockbuster 2009 und ließ den inspirationslosen „Terminator- Die Erlösung“ weit hinter sich. Aber hey, dank des vierten Terminators weiß ich jetzt wenigstens eins: Mit Guns N' Roses fängt man Roboter.
Wenn wir schon mal bei Sci-Fi sind, dann wird es Zeit für einen Überraschungshit: „District 9“.
Aber dazu später mehr, ich werde jetzt mein Bier und das letzte bisschen Whisky austrinken und mich dem Fernsehapparat widmen. Heute läuft „Wild Christmas“, kein Top-Hit aber sehenswertes Kontrastprogramm zum lieblichen Weihnachtsmief.
So, jetzt ist auch mal genug für heute. Ich leer jetzt mein Bier und das Whiskyglas und schau ein bisschen TV. Vielleicht mach ich gleich weiter, vielleicht morgen, vielleicht gar nicht. Mal gucken. Bis dahin eine schöne Zeit.
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