Dinge die die Welt nicht braucht: Noch eine gecastete Plastikband, Schnee im Juli, Werbeunterbrechungen im Kino und ein Sequel von "Donnie Darko", dem filmischen Rätsel und Geheimtipp aus dem Jahre 2000, der sich schnell zum Kultfilm entwickelte.
War Richard Kellys Original ein geistreiches wie geistvolles Mysterium, so ist die lieblose Fortsetzung ein brutal auf rätselhaft getrimmter Leerlauf, der Zwanghaft versucht dem grandiosen ersten Teil noch ein paar Geheimnisse zu entlocken und dabei ungefähr so spannend ist wie das Zentrum des Nichts. Zugegeben die Optik kopiert "Donnie Darko" gekonnt und einige dunkle Szenen lassen einen Anflug des dunklen Individualismus des Originals aufkommen. Diese positiven Kleinigkeiten verhindern jedoch nicht das "S. Darko" wie so viele Fortsetzungen vor allem eines ist: Unnütz.
Etwas gutes hat das Werk aber an sich, als Fan möchte man nach der Sichtung noch einmal den guten Klassiker aus dem DVD-Regal kramen um noch einmal in die finstere, dramatische und komplexe Welt des "Donnie Darko" abzutauchen. Mein persönliches Motto für dieses und hoffentlich nicht weiter anstehende Sequels: "Ohne Frank, ohne mich."
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Sonntag, 6. Dezember 2009
Donnerstag, 3. Dezember 2009
SOUTHLAND TALES
Die vierte Dimension, Serpentine Traumtheorie, duale Seelenexistenzen, Fluid Karma, Neo- Marxisten, das Ende der Welt. Der neue Film von "Donnie Darko" Regisseur Richard Kelly ist ein kaleidoskopisches Werk. Ein undurchdringlicher wie faszinierender Film dessen Absichten jeder für sich erkennen und herausfiltern muss oder man wird in dieser chaotischen Welt irgendwo zwischen schräger Pop-Groteske, schriller Polit-Satire und buntem Apokalypse-Thriller sang- und klanglos untergehen. Die meisten werden mit diesem Film, der etwas zu lang geraten ist, nichts anfangen können, doch diejenigen die es aus vollstem Herzen versuchen werden viel finden in dem vom Wahnsinn zerfressenden Southland: Dinge die unerklärlich scheinen, Fragen ohne sichtbare Antworten und eine Menge Anreize für Diskussionen und vor allem Interpretationen. Ein Film zum mitmachen, eine filmischer Kreislauf aus Entdeckungen und scheinbaren Unerklärlichkeiten, der es sicherlich mehr als schwer haben wird, denn „Southland Tales“ ist gnadenlos komplex und vor allem frech gegen den momentanen Hollywood-Fast-Film-Trend gebürstet. Eins dürfte aber sicher sein: "Southland Tales" wird seine Kritiker und Spötter überstehen und in ein paar Jahren, ganz sicher, wird er als Kultfilm gehandelt, so war es schon bei "Donnie Darko", der wegen seiner klaren Hauptfigur etwas verständlicher ist als Kellys Neo-Apokalypse. Meisterwerke sind beide Filme auf ihre ganz eigenen Art und Weise und wer von beiden Werken fasziniert ist, der erkennt auch größere und kleinere Parallelen. Darauf einen apokalyptischen Handschlag.
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